Archiv für den Monat: Juni 2009

Hilfe, ich habe keine Zeit!

Kürzlich habe ich mich ja ein wenig zum Thema Positionierung ausgelassen. Eines höre ich immer wieder: „Ich habe keine Zeit, um mich mit meiner Positionierungs-Strategie zu beschäftigen“. Das Geschäft, der Job, die Familie, der Garten … Tja, es ist doch immer wieder erstaunlich, wie viele Ausreden der Mensch erfinden kann. Ich will Ihnen gleich mal zeigen, wie viel Zeit Sie eigentlich haben.

Für Arbeit gehen sagen wir 8 Std. pro Tag drauf, für Schlafen auch 8, für Essen vielleicht 1, für Körperpflege wieder 1. Verbleiben also noch 6 Stunden pro Tag, also Freizeit, die wir für andere Tätigkeiten nutzen können. Glauben Sie, dass wir dann noch 2 Stunden für die Positionierung freischaufeln können?

Das muß ja nicht jeden Tag sein. Ich kann z.B. sagen, jeden Samstag ist Selbstorganisationstag und da investiere ich sagen wir 6 Stunden, die habe ich nur für mich (vielleicht ziehe ich noch meinen Coach hinzu). Was meinen Sie, was Ihnen da so alles einfällt. Das Ergebnis gießen Sie dann in ein schlüssiges Konzept und setzen es dann um. Und wer weiß, vielleicht klappt´s ja dann doch noch mit dem Porsche 🙂

Sie haben erkannt, um was es geht. Um Zeitmanagement. Rockefeller soll einmal den Satz gesagt haben: „Ich habe keine Zeit zum Arbeiten“. Er hatte also immer etwas Zeit für sich und seine Strategien geblockt. Nehmen Sie sich also die Zeit zu Leben, raus aus dem Alltagstrott, aus der Komfortzone. Verwenden Sie häufiger mal das mächtige Wörtchen NEIN. Positionierung heißt auch, sein Leben zu entfrachten, von all dem Zeug, das uns nichts bringt, von all den kleinen Käfern, die pausenlos an uns nagen, den Zeitdieben. Weg von der Selbermacheritis, hin zur Delegation von Aufgaben. Klingt einfach, nicht wahr. Ist es auch.

Denken Sie auch daran, Ihren Besitz möglichst überschaubar zu halten. Denn Besitz kostet Zeit, Zeit, die Sie zum Wachsen brauchen. Hand auf´s Herz. Wieviel Zeit verbringen Sie am Wochenende z.B. mit Autowaschen, Gartenpflege und ähnlichen „sinnvollen“ Beschäftigungen? Schon mal darüber nachgedacht, das Auto vom Nachbarsjungen waschen zu lassen oder es höchstens 2 mal im Monat durch die Waschstraße zu fahren. Den Garten evtl. von jemand anderem umgraben zu lassen? Wie, das kostet Geld? Ich mache jetzt mal eine Rechnung auf:

Richtig positioniert sind Sie mind. 1.000 EUR pro Tag wert (als Unternehmer sowieso). Wenn Sie jetzt einen ganzen Tag im Garten stehen, verlieren Sie also 1.000 EUR. Hätten Sie die Aufgaben übertragen, so müßten Sie dafür vielleicht 200 EUR bezahlen. Bleiben also 800 EUR für Sie. Das ist doch was. Ich will Ihnen natürlich nicht die Freunde am Garten nehmen. Etwas Entspannung muß schließlich auch sein.

Kurz und gut: Wenn wir unsere Zeit besser einteilen, können wir immer genügend Zeit für unsere Positionierungs-Strategie freischaufeln. Investieren wir diese Zeit, so werden wir auch stets mehr verdienen.

Wenn Sie erkannt haben, daß Sie sich anders positionieren möchten, wann glauben Sie ist der beste Zeitpunkt dafür: morgen, übermorgen,
nächstes Jahr … Wau bin ich heute wieder drauf.

Kreditwürdigkeit – Ja, auch das ist Marketing!

Was hat eigentlich Basel II (Rating) und die Prüfung der Kreditwürdigkeit mit Marketing zu tun? Eine ganze Menge!

Der Unternehmer bzw. der Kreditnehmer muss schließlich den Kapitalgeber von seinem Unternehmen, seiner Investition oder Geschäftsmodell überzeugen. Das schafft er nur, wenn er das komplette Marketing Instrumentarium einsetzt. Dies wiederum beruht in 1. Linie auf Kommunikation sowie geschickter Anwendung von Erkenntnissen der Wahrnehmungspsychologie, insbesondere der interpersonalen Wahrnehmung.

Im Ratingprozeß macht sich der Finanzier ein Bild vom Unternehmer (Soft Skills) sowie vom Zustand des Unternehmens selbst (Kennzahlensysteme). Und in der aktuellen „Finanzkrise“ halten es die lieben Banken 😉 damit besonders genau. Was so alles bei der Kreditwürdigkeits-Prüfung zu beachten ist, zeigt mein Beitrag

Kreditwürdig? Der Unternehmer im Urteil des Bankers

Falls Sie ihn noch nicht gelesen haben, schauen Sie doch einfach mal rein. Viel Spaß dabei!

Marktaustritt als Erfolgspotential

Gerade in der ach so bösen globalisierten Welt, wird immer wieder über die scharfe Konkurrenz und den Wettbewerb gestöhnt. Dabei ist das die natürlichste Sache der Welt. Wettbewerb gehört zur Marktwirtschaft wie das Tüpfelchen auf dem i. Marktwirtschaft ist ohne Konkurrenz nicht denkbar. Doch was kann man tun, wenn der Wettbewerb ausartet, vor allem die Preise fallen und fallen und fallen …?

Fallende Preise bedeuten in den meisten Fällen Überkapazitäten. Das Angebot übersteigt die Nachfrage. Ist das langfristig der Fall, spricht man von strukturellen Überkapazitäten bzw. strukturellem Angebotsüberhang. Es wird sich daran solange nichts ändern, wie nicht eine erhebliche Zahl an Anbietern ausscheidet.

Ich will nicht dazu aufrufen, bei der kleinsten Schwierigkeit aus dem Markt auszuscheiden, sondern, falls man sich in der strukturellen Klemme sieht, einmal genau zu prüfen, ob sich weitere Investitionen in den betreffenden Bereich überhaupt noch lohnen, ob man dem guten Geld weiteres gutes Geld hinterher wirft. Viele Mittelständler begehen m.E. genau diesen Fehler. Nur, wie gesagt, prüfen sollte man den Marktaustritt, den Exit natürlich genau.

Häufig kann man nämlich auch etwas verändern, z.B. das Produkt oder die Dienstleistung. Doch mitunter ist das einfach nicht möglich, vor allem dann nicht, wenn man es mit extrem kapitalintensiven Leistungen oder subventionierten Unternehmen zu tun hat und in einer Branche tätig ist, in der überwiegend über den Preis verkauft wird, da sich die Produkte nur geringfügig differenzieren lassen.

Falls man diese notwendige Differenzierung entweder technisch, geographisch oder kapitalmäßig nicht hinbekommt, ist häufig der Exit die beste Strategie. Sämtliche Portfolio-Ansätze arbeiten u.a. mit genau dieser Erkenntnis. Und diese sollten sich auch Mittelständler und Freiberufler zunutze machen, um zu überleben.

Es ist manchmal besser, zu sagen, ich höre auf, als immer wieder Geld nachzuschießen und gnadenlos in die Schuldenfalle zu geraten. Das richtige Timing ist also entscheidend, um mit der Exitstrategie den größten Erfolg zu haben. Gibt die Kuh keine Milch mehr, ist sie zu schlachten. Mit dem Braten kann man sich häufig eine neue Einkommensquelle erschließen.

Ich schließe mal mit einer Metapher: Schlachtet man die Kuh zur rechten Zeit, kann man wenigstens noch zehren von dem, was übrigbleibt – wartet man zu lange, ist die Kuh entweder nicht mehr genießbar oder muß sie abtreten und hat dann letztlich alles verloren.

Positionierung – Der einzige Weg, richtig gutes Geld zu verdienen!

Neigen auch Sie dazu, sich immer wieder zu verzetteln oder für jeden alles zu machen? Nie Zeit zu haben für das Wesentliche? Tätigkeiten nachzugehen, die Ihnen überhaupt keinen Spaß machen. Und sich wundern, dass Sie trotz immer mehr Arbeit immer weniger verdienen?

Bücken Sie sich doch einfach mal nach den großen Scheinen. Schaffen Sie  vollkommen neue Voraussetzungen um Ihr Einkommen deutlich zu steigern.  (Ich setze voraus, daß Sie das überhaupt wollen). Der einzige Weg dieses Ziel ganz ohne Lottogewinn oder Erbschaft zu erreichen, ist der, sich als Experte zu positionieren, also auf einem einzigen Gebiet wirklich einzig, nicht artig zu sein. Es kann sein, dass Sie in letzter Konsequenz Ihren  bisherigen Job oder selbständige Tätigkeit gänzlich aufgeben müssen. Keine halben Sachen machen.

Dieses Blog ist nicht unbedingt dazu geeignet, alle Aspekte der Positionierungs-Strategie zu beschreiben. Dennoch sage ich Ihnen jetzt einmal in Stichworten, um was es geht und was Sie tun sollten. Es handelt sich dabei sozusagen um ein Exzerpt der erfolgreichsten Strategien der Vergangenheit, die auch heute noch gültig sind. Die Positionierungs-Grundsätze habe ich übrigens vom viel geschmähten Bodo Schäfer. Ich folge ihm zwar nicht bei allem, was er sagt, aber ich finde vor allem seine Hinweise zum Thema Positionierung ausgesprochen hilfreich. Deshalb gebe ich sie gern weiter, vor allem weil ich erkannt habe, wie dringend das Thema gerade in der heutigen Zeit ist. Die Positionierungs-Grundsätze gelten übrigens für Selbstständige, Freiberufler und Angestellte gleichermaßen.

Um sich als Experte zu positionieren (das gilt auch für Unternehmen als Ganzes), sollten Sie Antworten auf folgende Grundfragen finden:

a) Was ist meine Kernfähigkeit? Was entspricht meinen Talenten und bereitet mir wilden Spaß?

b) Anders sein. Was bekommt der Kunde (Arbeitgeber) nur von mir und von keinem anderen? Keine einfache Frage, ich weiß. Aber habe ich irgendwo gesagt, daß es einfach ist? Wie dem auch sei: Finden Sie einen Weg anders zu sein. Wenn Sie tun was alle tun, werden Sie bekommen, was alle bekommen. Das ist häufig nicht gerade viel.

c) Außergewöhnlich sein. Menschen interessieren sich vornehmlich nur für das spektakuläre, sensationelle, über alles hinausragende. Denken Sie nur an die Medien. Nur Sensationelles steht auf Seite 1. Jemand aus der 2. Reihe ist, selbst wenn er seine Leistungen kostenlos anbietet, weniger wirtschaftlich als ein Spitzenmann. Finden Sie also einen Weg, sich von allen Konkurrenten abzugrenzen, und sei der Unterschied noch so klein.

d) Der Erste sein. Schaffen Sie es nicht zum Topstar, so können Sie dennoch herausragen: Werden Sie der Erste auf Ihrem Gebiet. Je kleiner das Gebiet umso leichter wird es Ihnen fallen, die Nische zu besetzen.

e) Wenn Sie auch nicht Erster sein können, dann erfinden Sie einfach eine neue Positionierungs-Kategorie. Ein gutes Beispiel ist Reinhold Messner. Der Mann war nicht der Erste auf dem Mount Everest. Er gehört nicht mal zu den ersten 100. Trotzdem ist er der Erste: Der Erste ohne Sauerstoff-Gerät. Und der Erste, der Managern erklärt, was man vom Bergsteigen lernen kann. Ich bin sicher, in seiner Börse finden sich nur große Scheine.

f) Spitz in den Markt. Werben Sie mit einem kleinen Angebot, Sie erlangen mehr Aufmerksamkeit. Wählen Sie ein kleines Geschäftsfeld, Ihr Marktanteil wird umso schneller wachsen. Ahmen Sie bloß nicht die großen Konzerne nach. Deren Welt-AG-Visionen sind alle gescheitert. Das heißt aber nicht, sich allzu sehr einzuschränken: Die Neukunden gehen Sie spitz an, Ihren Stammkunden bieten Sie alles, was zu Ihrer Positionierung paßt. Haben Sie trotzdem Mut zum Verzicht.

g) Sprechen Sie ein Grundbedürfnis an. Spezialisieren Sie sich auf ein Grundbedürfnis, nicht auf ein besonderes Verfahren. Sie wirken dann souveräner und sind unabhängiger. Der Experte verkauft seinen Kunden Lösungen für ein bestimmtes Problem, weniger eine bestimmte Technik. Es gibt z.B. wesentlich mehr ERP-Systeme zur Abbildung betrieblicher Prozesse, es muß nicht immer SAP sein.

h) Kleine Zielgruppe. Werden Sie nicht zur eierlegenden Wollmilchsau. Bilden Sie deshalb Ihr Geschäft oder Ihre Tätigkeit so aus, dass Sie die Kunden bekommen, die sie haben wollen. Drehen Sie den Spieß um: Suchen Sie sich die Kunden selbst aus. Und diese Kunden werden Sie ausgezeichnet bedienen. Knallhartes Zielgruppen-Marketing nennt man das.

i) Für andere ein Problem lösen. Was ist das dringendste Problem Ihrer Zielgruppe? Je größer das Problem der Zielgruppe, desto größer ist auch Ihr Wunsch, einen  Experten zu fragen. Und je größer ist auch Ihre Bereitschaft, die großen Scheine zu zücken, um Sie zu bezahlen.

j) Tue Gutes und rede darüber. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Sie müssen die Welt auch auf Ihre Leistungen aufmerksam machen. Sie müssen auch der Erste sein, den die Öffentlichkeit damit in Verbindung bringt. Sie müssen sich der Öffentlichkeit also als der Erste präsentieren. Dafür können Sie außergewöhnliche Dinge tun, wie z.B. ein Buch schreiben, Fachartikel verfassen, ins Fernsehen gehen, Vorträge halten oder eine vielbesuchte Homepage im Internet entwickeln. Allein Bekanntheit entscheidet über die wirtschaftliche Verwertbarkeit Ihrer Positionierung.

k) Sie bestimmen den Preis. Wenn Sie alle Vorteile für den Kunden herausgearbeitet haben und wirklich einzigartig sind, dann legen Sie den Preis fest, nicht der Kunde.

Seien Sie ja nicht zu bescheiden.

Klingt einfach, nicht wahr? Ist es aber bestimmt nicht. Die größte Bremse ist der Alltag.  Nehmen Sie sich am besten einmal ein ganzes Wochenende Zeit, um sich die Grundlagen für Ihre Positionierungs-Strategie zu erarbeiten. Die Betonung liegt auf Arbeit. Auch danach werden Sie sich regelmäßig ein wenig Zeit für die Positionierung nehmen müssen. Bis Sie am Ziel sind, werden mindestens 3 Jahre in´s Land ziehen. Tja, so grausam ist das Leben.

Formel 4 – Umsatz steigern durch Aktivität!

Testen Sie einfach mal folgende einfache Methode zur Gewinnung neuer Kunden und Steigerung Ihres Umsatzes. Die Formel 4 wird in dieser oder abgewandelter Form von nahezu jedem Top-Verkäufer genutzt. Sie werden pro Tag nicht mehr als ca. eine Viertel-Stunde Zeit aufbringen müssen.

Stellen Sie einfach für jeden Tag 4 Kontakte zu bestehenden Kunden oder möglichen Neukunden her. Das bedeutet 20 Kontakte pro Woche oder 1040 Kontakte pro Jahr. Kommunikation führt immer zu Veränderungen und damit auch zu Umsatz! Von alleine passiert nichts. Viele Menschen haben dies bis heute nicht kapiert. Die Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme sind Legion:

– Anruf
– E-Mail
– Brief
– usw.

Ein Anlaß läßt sich schnell und einfach herleiten. Ein kleines Dankeschön, die Weitergabe einer speziellen Information, eine Rückmeldung, eine Frage usw. Vor allem dann, wenn Sie viele Stammkunden haben, lohnt sich die Herausgabe einer Kundenzeitung und / oder eines Newsletters. Der eine oder andere Kontakt wird gewiß zu einem weiteren Auftrag führen und damitzu einer entsprechenden Steigerung Ihres Umsatzes führen. Also, ran an die Bouletten!

Ein alternativer Gedanke zum Thema Urheberrecht

In Prof. Siegfried Vögeles Standardwerk zum Direktmarketing „Das Verkaufsgespräch per Brief und Antwortkarte“ (ein Buch, das ich jedem Marketer dringend ans Herz lege) bin ich auf eine recht provokante Thesezum Thema Urheberschutz gestoßen. Nie war sie aktueller als heute!

Was schützt uns am besten vor Nachahmern? Neue Ideen! Mit neuen Ideen laufen wir der Konkurrenz, den Billiganbietern und Produktpiraten am schnellsten davon. Vögele: „Nicht das Gesetz oder die Anwälte schützen uns vor Nachahmern. Der beste Urheberschutz sind weitere neue Ideen! Schauen Sie also nicht so häufig zurück, blicken Sie lieber nach vorn, besonders im Bereich des geistigen Eigentums, also bei neuen Gedanken, neuen Headlines oder neuen Bildideen. Drehen Sie sich nicht um auf der Suche nach dem, der Sie kopiert. Das Nachahmen mit „Änderungen“ können Sie doch nicht verhindern.

Öffnen Sie sich lieber für neue Gedanken und Ideen und lassen Sie die Konkurrenz in Atemnot geraten. Je schneller Sie voranschreiten, desto besser funktioniert dieser „Urheberschutz“. Wenn die Konkurrenz Ihre letzte neue Idee gerade erst begriffen hat und mit einer Variante auf dem Markt erscheinen will, dann bringen Sie Ihren nächsten oder übernächsten Schritt!“

Ich finde, treffender kann man es nicht ausdrücken. Jahrelange und teure Rechtsstreitigkeiten bringen in den meisten Fällen überhaupt nichts. Produktentwicklung und Innovation sind das Maß aller Dinge, vor allem in Hochlohnländern wie Deutschland. Klingt trivial: Ist es auch. Bloß warum wird dann so wenig innoviert und so viel gejammert? The answer my friend is blowing in the wind, is blowing in the wind …

Pricing & Zielgruppen-Marketing

Man hört nur allzuhäufig die Klage des Unternehmers: Die Kunden schauen nur auf den Preis, alles Pfennigfuchser. Als Berater ist man dann zunächst geneigt etwas provokant zu antworten: „Dann sind Sie selbst auch einer!“ Vielen Menschen, die sich beklagen, die Kunden achten nur noch auf den Preis, ist meist nicht bewußt, daß Sie meist selbst die Ursache des Übels sind. Gehören denn diese Menschen nicht selbst zu der Spezies von Schlaumeiern, die nicht glücklich sind, wenn sie nicht aus allem und jedem den maximalen Rabatt herausgepreßt haben. Und sich dann darüber wundern, daß sie dann umgekehrt selbst Rabatte einräumen müssen. Und weiter: Gehören Sie nicht auch zu denjenigen, bei denen das Schaufenster und die Kataloge wimmelt mit Aussagen wie: „billig, billiger, noch billiger, billiger geht nicht!“ Unglück zieht Unglück an.

Ich will nicht bestreiten, daß es Zeiten gibt, in denen das Geschäfte machen keinen Spaß macht. Aber eines weiß ich genau. Der beste Auftrag ist der, den man mangels Rentabilität nicht annimmt. Besser aus dem Geschäft aussteigen, als sich sukzessive zu ruinieren.

Sehen Sie sich mal um: Fahren die Leute etwa alle die billigsten Autos, wohnen in den billigsten Wohnungen und lassen sich allabendlich vor dem billigsten Fernseher beim billigsten Fusel mit den Ausdünstungen der billigsten Produktionen besudeln? Eben. Machen Sie sich also Gedanken über Ihre Zielgruppe. Wollen Sie eher geizige oder eher großzügige Menschen auf sich ziehen? Möchten Sie eher Kunden, die den Wert einer Dienstleistung oder eines Produktes einzuschätzen wissen (und kapiert haben, daß billig eben meistens teuer ist (oder gar überhaupt nichts wert ist) oder nichtsnutzige Geizkragen, die immer nur profitieren wollen und nie etwas geben und selbst auch dann noch Rabatt wollen, wenn das Produkt schon quasi umsonst ist („Wenn er schon 50 % Rabatt gibt kann er auch noch mal 30 % drauflegen“).

Der Handel hat es vorgemacht (wie man es nicht macht). Machen Sie es ihm nicht nach. Übrigens: Auch als Angestellter sollten Sie trotz (oder gerade wegen der hohen Arbeitslosigkeit) auf eine angemessene Entlohnung achten. Fangen Sie bei Billigheimern besser gar nicht erst an. Das beste Mittel gegen den ruinösen Preiswettbewerb besteht immer noch in

a) Erstklassigem Kundenservice
b) Spezialisierung und Positionierung (sprich: Differenzierung)
c) Knallhartem Zielgruppen-Marketing

Wer nicht spätestens jetzt erstklassige nicht ohne weiteres kopierbare Kompetenzen aufbaut und konsequent verkauft, ist schon bald weg vom Fester, will heißen: findet sich auf den kalten Fluren des Sozialamts wieder.

Wir sparen uns zu Tode!

Sparen ist zur Zeit in aller Munde. „Wir müssen sparen …“ Dabei wird dann in aller Regel eine Mine irgendwo zwischen Betroffenheit, Mitleid und Wissen aufgelegt. Tja, das Geld sitzt halt nicht mehr so locker …

Sagen Sie, gehören auch Sie zu den Menschen, die dieses Gejammere nicht mehr ertragen können und sich fragen, was dieses Getue überhaupt noch soll? Natürlich muß man sparen, nur ist die Frage wofür und in welchem Umfang. Die meisten Menschen haben eine völlig falsche Vorstellung vom Sparen. Rein volkswirtschaftlich bedeutet Sparen einfach nur den Umstand, daß man nur investieren kann, wenn man vorher etwas auf die Seite gelegt hat. Beispiel: Wenn ich einen Apfelbaum pflanzen will, muß ich von der vorherigen Ernte einige Äpfel zurückgelegt haben. Soviel ist klar. Nur wofür sparen die Menschen hauptsächlich in Deutschland? „Für die schlechten Zeiten!“

Irgendwo habe ich mal den Satz gelesen: „Wer für schlechte Zeiten spart, wird Sie erhalten!“ Ich finde, da ist was Wahres dran. Wird Geld im Übermaß zurückgehalten, also nicht mehr ausreichend konsumiert und investiert, kommt es zu schwerwiegenden wirtschaftlichen Einbrüchen, insbesondere Unternehmenszusammenbrüchen und Arbeitslosigkeit, was die Seuche „Sparen“ noch weiter verstärkt. Was wir in Deutschland zur Zeit erleben, das ist sozusagen die Manifestierung einer sich selbst erfüllenden und verstärkenden Prophezeiung, dem sogenannten Thomasschen Theorem. Es ist im Grunde das alte Problem: die Deutschen (und nicht nur die) lieben es halt, wie die Lemminge in ihre selbst gestellten Fallen zu rennen. Es liegt wohl in den Genen.

Ich selbst spare nur für „gute Zeiten“. Wie, „gute Zeiten“, wo gibt’s denn so was? Nun, das kann es durchaus geben, dann nämlich, wenn man es mit dem Sparen nicht übertreibt und nach einem Sparplan arbeitet. Also z.B. erstmal für den langfristigen Aufbau einer persönlichen Altersvorsorge („Die Rente ist nicht sicher, nicht mal die Pension!“) wozu relativ kleine Beträge ausreichen. Zum anderen für größere Anschaffungen wie z.B. den fahrbaren Untersatz. Alles was darüber hinausgeht , kann man frohen Mutes ausgeben, dann kommen erst gar keine „schlechten Zeiten“ auf, weder in individueller Hinsicht noch auf ein Kollektiv bezogen. Geld muß fließen, stockt der Geldstrom, kommt auch alles andere zum Stillstand.

Noch ein Beispiel zur Verdeutlichung: Angenommen, ein Mann von 180 cm Größe wiegt 90 kg. Dann würde die Medizin sagen, der Kerl ist zu schwer, da müssen 10-15 kg runter. Und angenommen, der Mann hört auf den Rat seines Arztes und speckt brav 15 kg ab, dann wiegt er nach Adam Riese jetzt 75 kg und hat damit sein Idealgewicht erreicht, sein Schrumpfen war ein Gesundschrumpfen zu seinem Vorteil. Nehmen wir jetzt an, der Mann hat einen solchen Gefallen an seiner Askese gefunden, daß er sich sagt: „Ich muß runter auf 60 kg“, er erhebt den Verzicht zum Fetisch, dann können wir uns leicht ausmalen, daß er bald umkippt und wieder zum Arzt muß, der ihm jetzt zum Gegenteil rät, ansonsten der Mann stirbt. Er hat also jetzt ein noch größeres Problem als vorher. Der Geiz war also offenbar nicht geil.

Und so wie bei unserem Mann im Beispiel, sieht es auch anderswo aus. Ich habe noch kein Unternehmen gesehen, das allein durch Schrumpfen wieder auf die Beine gekommen wäre. Die Ursachen für die Probleme liegen meist ganz woanders, meistens im Verkauf und allgemein schlechtem Management. Das läßt sich auch auf ganze Staaten übertragen. Der Hebel muß also ganz woanders angesetzt werden, womit ich der Verschwendung natürlich nicht das Wort reden will. Jede Einschränkung will also genau bewogen werden. Sparen darf nie zu Lasten des Service gehen, was jedoch nur allzu häufig der Fall ist.

Sehen Sie sich mal an, wie die meisten Unternehmen bei Verkauf und Service gespart haben, frei nach dem Motto: „Kunde blöd, Kunde merkt nix“. Service wird zunehmend zum inhaltslosen Begriff, einen qualifizierten Verkäufer trifft man meist nur noch selten an, der Bettelstudent oder der polnische Spargelstecher ist halt billiger. Und da wundern sich die „Sparfüchse“ auch noch, wenn sie immer weniger verkaufen.

Kurzum: Jeder kann einen einfachen Beitrag zur Lösung der Probleme leisten – Raus aus dem Schneckenhaus und die Sparstrümpfe geplündert, so daß endlich wieder Freude aufkommt. Ohne motivierende Stimmung läuft nämlich gar nichts!

Geld auf der Bank = Zahlungsversprechen

Die aktuelle Immobilien- und Finanzmarktkrise in den USA, die ja auch bei uns schon reichlich Opfer gefordert hat, gibt mir die Gelegenheit, eine Selbstverständlichkeit herauszustellen, über die sich viele gar nicht klar sind:

Geld auf der Bank ist kein Geld, sondern ein Zahlungsversprechen!

Wenn wir also Geld auf der Bank einzahlen, haben wir zunächst einmal kein Geld mehr, sondern wir tauschen (Bargeld) gegen ein Zahlungsversprechen. Die Bank verspricht uns, das eingezahlte Geld später, wenn wir es brauchen, auszuzahlen (böse Zungen behaupten: Gib Du mir 1 EUR und gebe Dir später 90 Cent). Zu deutsch: Die Bank hat gegenüber dem Einzahler eine Verbindlichkeit. So ist auch zu erklären, warum Banken im Durchschnitt mit nur etwa 5-10 % Eigenkapital arbeiten. Genial, nicht wahr: Man arbeitet überwiegend mit fremdem Geld (Zahlungsversprechen) und verdient damit selbst nicht schlecht. Und damit sind wir beim springenden Punkt.

Wir können nicht sicher sein, dass die jeweiligen Einlagensicherungsfonds der Banken, eine in die Krise geratene Bank, die meist durch zu viele faule Kredite in die Krise gerät, auch wirklich ausreichend stützen kann, damit wir das Zahlungsversprechen der Bank auch wirklich wieder zu Geld machen können, wenn wir es einlösen wollen. Rennen also alle Gläubiger gleichzeitig zur Bank und wollen ihr Geld, dann wird die Bank nicht alles Geld auszahlen können. Dies wird auch bei gesunden Banken der Fall sein. Unser Geld- und Kreditwesen, samt innewohnendem Zins- und Zinseszins-Effekt, ist also der Tendenz nach instabil. Selbst irreale Ängste, vom Großteil des Publikums geglaubt, können durchaus reale Konsequenzen zeitigen. Nirgendwo schlängt die Psychologie mehr durch als hier.

Auch in Deutschland mußte schon so manche Bank gestützt werden. Gerät aber das gesamte Banken- und damit Geld- und Kreditwesen ins Wanken (nebenbei dann auch alle Versicherungsverträge wertlos sind), werden wir außer wertlosen Kontoauszügen nichts mehr in den Händen halten, wenn wir nicht Vorsorge treffen. Bloß, wie kann das geschehen?

Nun, eine Antwort darauf ist schwer möglich. Wir alle müssen mit diesem System leben. Was wir aber tun können, ist sicher folgendes:

a) Wir können wachsam sein. Signale hören und sehen, so wie jetzt. Keine längerfristigen Kontrakte eingehen, Cash muß sofort fällig sein. Dann kann man es noch rechtzeitig auf eine andere Bank bringen oder in eine andere Währung tauschen oder auch Sachwerte kaufen.
b) Nicht alles Geld auf die Bank. Zusätzlich in hauptsächlich „mobile“ Sachwerte investieren, auch wenn sie unverzinslich sind, dazu zählen auch Gold und Silber.
c) In die eigenen Fähigkeiten investieren, damit man jederzeit wieder neu anfangen kann oder schnellstmöglich das Land verlassen kann.

Es gibt da sicher noch einiges mehr, was man unternehmen kann, vertrauen sollte man aber stets nur sich selbst. Ich will Sie nicht verrückt machen: Ein unmittelbarer Zusammenbruch unseres Geldwesens steht uns glaube ich, zumindest in internationaler Dimension, nicht bevor. Wenn aber einige deutsche Großbanken in die Schieflage geraten, nur weil in den USA Kredite an Leute vergeben werden, die in Deutschland nicht mal das Konto überziehen dürften, dann gibt mir das zu denken. Ihnen hoffentlich auch! Machen Sie sich gerade jetzt Gedanken darüber, wem Sie die Früchte Ihrer Arbeit anvertrauen, und wie Sie investiert sind. Die Investition in Pyramiden und damit in bloße Nutzlosigkeit und Illusion war sicher noch nie ratsam. Also immer schön achtsam sein!