Archiv für den Monat: Februar 2011

Zeit des Umsturzes und der Inflation

Vor einigen Wochen hatte ich ja darauf gewettet, dass der Ölpreis die Marke 100 Dollar je Barrel überschreitet. Wenige Tage danach war es soweit, heute liegen wir aktuell bei 117 USD. Wir werden schon bald deutlich höhere Presie erleben, bevor dann wieder alles wie ein Kartenhaus zusammenbricht. Die Frage wird nur noch sein, wer im Strudel mitgerissen wird.

Nun fällt die wilde Spekulation ja mit 2 großen Ereignissen zusammen: Zum einen mit der exzessiven Geldpolitik der Zentrakbanken (genannt quantitative Lockerungen) zum anderen den Revolutionen im Nahen Osten. Diese sind mit Sicherheit kein Zufall und Lybien wird nicht der letzte Staat sein, in dem das Herrscherhaus stürzt. Der Zusammenbruch der Sowijetunion war auch kein Zufall, auch wenn es viele Leute glauben mögen.

Fakt ist, in Zeiten wie diesen wird wieder das große Geld verdient, ohne Risiko, denn der Steuerzahler bürgt mit seinem Einkommen und massiver Preisinflation, er steht gerade in Auf- und Abschwung der Konjunktur immer und stets. Ich bin mal gespannt wann der deutsche Michel das endlich merkt, aber er zieht ja lieber gegen einen Bahnhof zu Felde … Eine heftige Preisinflation wird in diesen Tagen jedoch eingeleitet.

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Ein Hoch auf Hermann Zickert!

Beim Stöbern im Archiv bin ich auf die Tipps des „Vaters“ des Deutschen Investmentsparens gestoßen. Der 1955 verstorbene Börsianer Hermann Zickert gründete in den 20er Jahren des 19. Jhds. einen Börsen-Informationsdienst, den er Anfang der 30er Jahre nach Liechtenstein verlagerte. Zickert legte sich mit keinem Geringeren an, als dem damaligen Reichsbank-Präsidenten Hjalmar Schacht, dessen Geldpolitik er scharf kritisierte. Der Mann war wahrhaftig vorrausschauend. Es folgt ein Zitat, das sogar ein wenig mit Datenschutz und Informationsfreiheit zu tun hat und das ich nach wie vor für aktuell halte. In einem Brief an seine Abonnenten schrieb er 1931:

„Sie werden vielleicht überrascht sein, dass ich meinen Verlag ins Ausland verlegt habe. Dafür gibt es zwei gewichtige Gründe: die gegenwärtigen wirtschaftlichen Zustände in Deutschland, die ein starkes Maß an Kritik erfordern, sowie eine neue Presse-Notverordnung, die wie ein Damoklesschwert über kritischen Informationen in Deutschland schwebt. Die Gefahr besteht, dass meine Korrespondenz in Berlin verboten werden könnte. Wer sich heute ein freies objektives Urteil erhalten will, der muss sich der ganzen Atmosphäre in Deutschland entziehen und auch die Meinungen aus dem Ausland auf sich wirken lassen.“

Topaktuell das Ganze!

So weit so gut. Überrascht war ich erst, als ich seine Anlagetipps las, so sie doch genau das wiedergeben, was ich schon seit geraumer Zeit predige:

„Lassen sie Ihr Kapital nicht liegen, sondern arbeiten Sie damit. Streben Sie lieber nach Rente, als nach Kursgewinnen. Kaufen Sie nur marktgängige Sachen, also Titel, die Sie selber kennen. Lassen Sie sich nicht von Versprechungen blenden, die Ihnen klevere Verkäufer machen. Prüfen Sie selber, bevor Sie kaufen, und fragen Sie nicht den Bankier um Rat. Versäumen Sie schließlich nicht, rechtzeitig zu verkaufen. Machen Sie ja keine Bankschulden.“

Das geht runter wie Öl. Kurz und bündig auf den Punkt. Ich selbst habe mir diese Regeln fest eingebrannt und lebe danach. Und ich kann prima schlafen. Ein Hoch auf Hermann Zickert.

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