Archiv der Kategorie: Geldanlage

Anlagetipps

Ein Hoch auf Hermann Zickert!

Beim Stöbern im Archiv bin ich auf die Tipps des „Vaters“ des Deutschen Investmentsparens gestoßen. Der 1955 verstorbene Börsianer Hermann Zickert gründete in den 20er Jahren des 19. Jhds. einen Börsen-Informationsdienst, den er Anfang der 30er Jahre nach Liechtenstein verlagerte. Zickert legte sich mit keinem Geringeren an, als dem damaligen Reichsbank-Präsidenten Hjalmar Schacht, dessen Geldpolitik er scharf kritisierte. Der Mann war wahrhaftig vorrausschauend. Es folgt ein Zitat, das sogar ein wenig mit Datenschutz und Informationsfreiheit zu tun hat und das ich nach wie vor für aktuell halte. In einem Brief an seine Abonnenten schrieb er 1931:

„Sie werden vielleicht überrascht sein, dass ich meinen Verlag ins Ausland verlegt habe. Dafür gibt es zwei gewichtige Gründe: die gegenwärtigen wirtschaftlichen Zustände in Deutschland, die ein starkes Maß an Kritik erfordern, sowie eine neue Presse-Notverordnung, die wie ein Damoklesschwert über kritischen Informationen in Deutschland schwebt. Die Gefahr besteht, dass meine Korrespondenz in Berlin verboten werden könnte. Wer sich heute ein freies objektives Urteil erhalten will, der muss sich der ganzen Atmosphäre in Deutschland entziehen und auch die Meinungen aus dem Ausland auf sich wirken lassen.“

Topaktuell das Ganze!

So weit so gut. Überrascht war ich erst, als ich seine Anlagetipps las, so sie doch genau das wiedergeben, was ich schon seit geraumer Zeit predige:

„Lassen sie Ihr Kapital nicht liegen, sondern arbeiten Sie damit. Streben Sie lieber nach Rente, als nach Kursgewinnen. Kaufen Sie nur marktgängige Sachen, also Titel, die Sie selber kennen. Lassen Sie sich nicht von Versprechungen blenden, die Ihnen klevere Verkäufer machen. Prüfen Sie selber, bevor Sie kaufen, und fragen Sie nicht den Bankier um Rat. Versäumen Sie schließlich nicht, rechtzeitig zu verkaufen. Machen Sie ja keine Bankschulden.“

Das geht runter wie Öl. Kurz und bündig auf den Punkt. Ich selbst habe mir diese Regeln fest eingebrannt und lebe danach. Und ich kann prima schlafen. Ein Hoch auf Hermann Zickert.

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Geldanlage: Wie erkenne ich unseriöse Anbieter?

Vor einiger Zeit war die Göttinger-Gruppe  in aller Munde. Das Anlage-Modell mit den atypischen Stillen-Beteiligungen ist ja voll in die Hose gegangen. Ich selbst hatte auch schon mal mit den Jungs zu tun, allerdings gleich erkannt, dass dieses Modell nichts weiter ist, als ein raffiniert ausgeklügeltes Schneeballsystem. Das ist nichts besonderes, ist doch im Grunde unserer gesamtes Wirtschaftsmodell auch nichts weiter, als ein gigantisches Schneeballsystem. Die Finanzkrise rund um solch üble Juns wie die Lehman Brüder hat es gezeigt. Man muß nur drauf achten, in der Pyramide ganz oben zu stehen … 😉 Aber lassen wir das, ich werde das an anderer Stelle vielleicht noch mal ausführlicher kommentieren.

Hier geht es mir nur darum, festzustellen, dass man solche unseriösen Angebote, auch anderer Anlageformen, doch recht leicht durchschauen kann. Hätten die vielen Geprellten, die jetzt in den Medien so viel Tränen vergießen, doch mal lieber ihren Grips angestrengt und ihre Gier im Zaum gehalten, dann wäre ihnen einiges erspart geblieben. Und da meine Leser ja optimal profitieren sollen, anbei mal an paar Tipps, wie man solche Pappenheimer schnell durchschaut:

a) Wie ist der erste Kontakt zustande gekommen?

Telefonisch? Grundsätzlich verboten. Unter allen Umständen den Hörer sofort aufknallen. Deshalb bedienen sich die Anbieter ja auch der Masche „Freunde und Bekannte“ . Da hört man ja meistens erst mal zu und schon wird man zugeschwallt. Also kritisch und aufmerksam bleiben. Und hat man keinen Bedarf, und die weinigsten haben das, auch hier das Gespräch möglichst freundlich, aber bestimmt beenden.

b) Der Dauerbrenner: Die Rendite!

Geben Sie mir 10.000 € und ich gebe Ihnen in 3 Monaten 30.000 € zurück! Garantiert! Ja nee, iss klar! Solche Renditen sind i.d.R. kaum zu erzielen. Nur von absoluten Vollprofis, mit direktem Draht zur Quelle. Und die werden Ihnen ihre Tricks kaum verraten und die Renditen natürlich für sich selbst einstreichen. Natürlich ist nicht jede Rendite oberhalb des Sparbuchs gleich unseriös (eher schon der Sparbuchzins). Jedoch erhöht sich mit jedem Prozent-Punkt das Risiko, bis hin zum Totalverlust. Und Renditen von 30, 100, 1000 und gar mehr Prozent bringen meist Kummer und Sorgen, dann nämlich, wenn sie sich nicht so, wie versprochen, realisieren und sich oft gar ins Gegenteil verkehren.

c) Mit Speck fängt man Mäuse!

Die Anlagebetrüger sind natürlich schlau und zahlen erst einmal etwas aus, um ihr Modell Publik zu machen und ihre Seriosität herauszustellen. Diese Leute wollen schließlich in großem Stil abkassieren. Doch der Trick ist uralt. Ich frage mich, warum immer noch so viele Leute darauf hereinfallen.

d) Anbieter-Check

Firma erst seit kurzem auf dem Markt, kein Handelsregistereintrag oder gar Rechtsform der Ltd. oder Corp. mit Sitz im Ausland? Finger weg! Aber auch, wenn es sich um einen bekannten Namen handelt, kann es sich um ein äußerst mieses Angebot handeln (siehe Lehman Brothers).  Die Zeitungen sind voll mit bekannten Namen und dreckigen Westen. Der Bekanntheitsgrad wird bekanntlich schamlos für nicht ganz koschere Sachen genutzt. Also auch hier vorsichtig sein und das Kleingedruckte aufmerksam lesen!

e) Druck?

Fühlen Sie sich unter Druck gesetzt? Unseriöse Anbieter tun dies. Das merkt man schnell und dann: „Da ist die Tür!“

f) Schützt der Notar?

Im Falle des Kaufes von Immobilien oder Firmenbeteiligungen wird stets ein Notar eingeschaltet. Doch aufgepaßt! Der Notar prüft lediglich, ob juristisch alles in Ordnung ist und beglaubigt dies. Der Notar prüft aber nicht den Anbieter oder Gewinnversprechen oder was auch sonst. Geht das Geschäft in die Hose, ist nicht der Notar verantwortlich. Häufig versuchen unseriöse Anbieter mit Sprüchen wie „Da ist doch der Notar davor!“ den unbedarften Anlegern zusätzlich Sand in die Augen zu streuen. In Wirklichkeit hat er sich jedoch selbst disqualifiziert, und dann spätestens raus mit dem Kerl!

Die Liste ist bestimmt nicht vollständig, aber den Kern trifft´s. Ich persönlich schätze die Lage so ein, das mindestens 30 % aller Geldanlagen Schrott-Anlagen sind, bei denen man nicht einmal das eingezahlte Geld herausbekommt oder sogar von Totalverlust bedroht ist. Häufig ist das Geld unter dem Kopfkissen sicherer als sonstwo.

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Geld auf der Bank = Zahlungsversprechen

Die aktuelle Immobilien- und Finanzmarktkrise in den USA, die ja auch bei uns schon reichlich Opfer gefordert hat, gibt mir die Gelegenheit, eine Selbstverständlichkeit herauszustellen, über die sich viele gar nicht klar sind:

Geld auf der Bank ist kein Geld, sondern ein Zahlungsversprechen!

Wenn wir also Geld auf der Bank einzahlen, haben wir zunächst einmal kein Geld mehr, sondern wir tauschen (Bargeld) gegen ein Zahlungsversprechen. Die Bank verspricht uns, das eingezahlte Geld später, wenn wir es brauchen, auszuzahlen (böse Zungen behaupten: Gib Du mir 1 EUR und gebe Dir später 90 Cent). Zu deutsch: Die Bank hat gegenüber dem Einzahler eine Verbindlichkeit. So ist auch zu erklären, warum Banken im Durchschnitt mit nur etwa 5-10 % Eigenkapital arbeiten. Genial, nicht wahr: Man arbeitet überwiegend mit fremdem Geld (Zahlungsversprechen) und verdient damit selbst nicht schlecht. Und damit sind wir beim springenden Punkt.

Wir können nicht sicher sein, dass die jeweiligen Einlagensicherungsfonds der Banken, eine in die Krise geratene Bank, die meist durch zu viele faule Kredite in die Krise gerät, auch wirklich ausreichend stützen kann, damit wir das Zahlungsversprechen der Bank auch wirklich wieder zu Geld machen können, wenn wir es einlösen wollen. Rennen also alle Gläubiger gleichzeitig zur Bank und wollen ihr Geld, dann wird die Bank nicht alles Geld auszahlen können. Dies wird auch bei gesunden Banken der Fall sein. Unser Geld- und Kreditwesen, samt innewohnendem Zins- und Zinseszins-Effekt, ist also der Tendenz nach instabil. Selbst irreale Ängste, vom Großteil des Publikums geglaubt, können durchaus reale Konsequenzen zeitigen. Nirgendwo schlängt die Psychologie mehr durch als hier.

Auch in Deutschland mußte schon so manche Bank gestützt werden. Gerät aber das gesamte Banken- und damit Geld- und Kreditwesen ins Wanken (nebenbei dann auch alle Versicherungsverträge wertlos sind), werden wir außer wertlosen Kontoauszügen nichts mehr in den Händen halten, wenn wir nicht Vorsorge treffen. Bloß, wie kann das geschehen?

Nun, eine Antwort darauf ist schwer möglich. Wir alle müssen mit diesem System leben. Was wir aber tun können, ist sicher folgendes:

a) Wir können wachsam sein. Signale hören und sehen, so wie jetzt. Keine längerfristigen Kontrakte eingehen, Cash muß sofort fällig sein. Dann kann man es noch rechtzeitig auf eine andere Bank bringen oder in eine andere Währung tauschen oder auch Sachwerte kaufen.
b) Nicht alles Geld auf die Bank. Zusätzlich in hauptsächlich „mobile“ Sachwerte investieren, auch wenn sie unverzinslich sind, dazu zählen auch Gold und Silber.
c) In die eigenen Fähigkeiten investieren, damit man jederzeit wieder neu anfangen kann oder schnellstmöglich das Land verlassen kann.

Es gibt da sicher noch einiges mehr, was man unternehmen kann, vertrauen sollte man aber stets nur sich selbst. Ich will Sie nicht verrückt machen: Ein unmittelbarer Zusammenbruch unseres Geldwesens steht uns glaube ich, zumindest in internationaler Dimension, nicht bevor. Wenn aber einige deutsche Großbanken in die Schieflage geraten, nur weil in den USA Kredite an Leute vergeben werden, die in Deutschland nicht mal das Konto überziehen dürften, dann gibt mir das zu denken. Ihnen hoffentlich auch! Machen Sie sich gerade jetzt Gedanken darüber, wem Sie die Früchte Ihrer Arbeit anvertrauen, und wie Sie investiert sind. Die Investition in Pyramiden und damit in bloße Nutzlosigkeit und Illusion war sicher noch nie ratsam. Also immer schön achtsam sein!

Youngtimer machen Spaß und bringen Geld!

Na, haben auch Sie die Nase voll davon, Ihr Geld für Mickerzinsen auf der Bank zu parken? Und Sie haben Angst an der Börse zu spekulieren? Dann habe ich eine Alternative für Sie. Überlegen Sie sich doch einmal, sich einen Yougtimer zuzulegen. Wenn Sie viel Geld übrig haben, darf es auch gleich ein Oldtimer sein.

Youngtimer sind Autos, die noch keine 30 Jahre alt sind, deshalb kein H-Kennzeichen bekommen und die man im heutigen Straßenbild durchaus noch mal zu sehen bekommt. Gut, mache waren so dämlich, ihr altes Auto einfach mal abzuwracken, ohne darauf zu achten, dass ihr Fahrzeug wesentlich mehr wert ist, als die läppischen 2.500 €. Und deshalb ist jetzt eine günstige Gelegenheit, sich einen schönen Youngtimer zuzulegen und damit gutes Geld zu verdienen.

Es müssen ja nicht gleich die kleinen roten Flitzer aus Maranello sein. Fahrzeuge der deutschen Premiummarken tun´s auch. Achten Sie darauf, ein Fahrzeug zu kaufen, dass das Zeug zum „Klassiker“ hat. Nahezu sämliche Roadster haben das Zeug dazu.

Zur Erläuterung des Prinzips hier ein Beispiel: Nehmen wir doch mal einen Mercedes 300 SL, Bj. 1986 (R 107). Vor rund 10 Jahren, konnten Sie diesen wunderschönen Roadster in Note 2 für etwa 30.000 DM erwerben. Heute ist das Fahrzeug etwa 30.000 € wert. Der Besitzer eines solchen Wagens hat also nicht nur 10 Jahre Spaß gehabt, sondern hat mal eben einen Wertzuwachs von 15.000 € erzielt. Und es kommt noch besser. Der Wagen wird bald ein „Oldi“ sein. Dann dürfte der Wert in Note 2 bei etwa 50.000-60.000 € liegen. In 20 Jahren liegt er vermutlich bei etwa 100.000 €. Das bringt kein Sparbuch und Spaß hat man damit auch nicht.

Der Nachfolger R129 ist z.Z. für etwa 15.000 € zu haben. Irgendwie ein Einstiegssignal …